STATEMENT DER SUPPORTERS CREW 05 E.V



 

Stellungnahme der Supporters Crew 05 e.V.

Mit großer Sorge blickt die Supporters Crew 05 – gemeinsam mit zahlreichen weiteren Fans und Ehrenamtlichen – auf die aktuellen Entwicklungen beim 1. SC Göttingen 05. Wir kritisieren das vereinsschädigende Verhalten des amtierenden Vorstands, insbesondere in Person von Hartwig Vogelsang und Holger Claas, und sehen die Grundwerte unseres Vereins gefährdet

 

Angriffe auf das Ehrenamt

Über Jahre hinweg haben Fans, Mitglieder und Unterstützer:innen unseres Vereins mit Leidenschaft, Kreativität und unzähligen ehrenamtlichen Stunden eine außergewöhnliche Vereins- und Stadionkultur geschaffen – vor allem bei den Heimspielen der ersten Mannschaft im Maschpark.

Seit Monaten wird dieses Engagement jedoch von Teilen des Vorstands untergraben. Es mangelt grundsätzlich an Wertschätzung, Respekt und gepflegten Umgangston. Zuletzt war keine Beteiligung am Vereinsgeschehen möglich, ohne dass der Vereinsvorstand in das bestehende Angebot hineinregierte, wortbrüchig wurde, Mitgestaltungsmöglichkeiten karikierte und zuletzt sogar juristische Schritte androhte, sollte nicht alles der eigenen Vorstellung entsprechen.

Das Ergebnis des daraus resultierenden Rücktritts vieler Ehrenamtlicher ist eine verschlechterte Atmosphäre im Verein und eine lieblose Tristesse an Heimspieltagen der ersten Mannschaft, an denen nur das Minimum an Versorgung der Besucher:innen und der Infrastruktur gewährleistet werden kann. Auch einige Sponsoren haben mit Hinweis auf die Verfehlungen des Vorstands ihre finanzielle Unterstützung des Vereins eingestellt.

Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sich das Spieltagserlebnis bei Göttingen 05 abseits des hörbaren Supports nicht mehr von dem unserer Ligakonkurrenten abhebt und wie mühsam aufgebaute Strukturen zerstört werden. Das Ehrenamt ist das Fundament unseres Vereins. Wer es zerstört, zerstört zugleich das Herz von Göttingen 05.

Ist dem Vorstand des 1.SC nicht bewusst, was im letzten dreiviertel Jahr im Verein passiert ist? Sollte man bei dieser augenfälligen Häufung von Ehrenamts-Niederlegungen die Schuld nicht zuerst bei sich selbst suchen?

 

Mangel an Dialog und Transparenz

Als Interessensvertretung von über 130 Fans und Vereinsmitgliedern haben sich die Vertreter:innen der Supporters Crew 05 in den vergangenen Jahren mal mehr, mal weniger regelmäßig mit dem Vereinsvorstand getroffen, um sich zum Wohle des Vereins auszutauschen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Diese Gespräche wurden jedoch ab März 2025 nicht mehr fortgeführt, da nach Gesprächen bspw. über die Zensur der Musikauswahl im Stadion, dem fragwürdigen Bespielen einzelner Clips auf der Plattform TikTok, dem Umgang mit Ehrenamtlichen u.v.m. keine Lösung dieser Konflikte in Aussicht war. Außerdem entschied sich der Vereinsvorstand, vermehrt aus dem bestehenden Dialog auszusteigen und Nachrichten an oder viel mehr über die Fans eher in anderen Kanälen zu veröffentlichen.

Vereinsinterne Kritik wird seither mit Drohungen beantwortet, mindestens ein betreffendes Mitglied wurde satzungswidrig aus dem Verein geworfen und geäußerte Kritik wird öffentlich diskreditiert. Der Verein wird zunehmend abgeschottet und intransparent geführt. Entscheidungen werden nicht erklärt und eine offene Kommunikation mit den Mitgliedern findet nicht statt.

Wir erfahren von sämtlichen Ereignissen ausschließlich über Pressemeldungen oder den 05-Kurier. Das direkte Wort an die Anhänger:innen scheint bedeutungslos zu sein, selbst wenn unverhofft die eigene Heimspielstätte gewechselt wird.

Außerdem erleben wir, wie der Vorstand die eigenen Fans auf der einen Seite mit rechtlichen Schritten bedroht, weil sie sich anlässlich des Vereins-Jubiläums zum Selbstkostenpreis eigene T-Shirts designt haben und sich andererseits Unterstützung bei einer Person sucht, die nach unserem Wissen eigentlich Hausverbot bei Veranstaltungen der 1. Herren des 1. SC Göttingen 05 hat. Diese Person hat, unter Anwesenheit von mehreren Zeugen, Fans beleidigt und provoziert und nur der Besonnenheit der Fans ist es zu verdanken, dass es – entgegen jeglicher anderer Darstellungen – zu keiner körperlichen Auseinandersetzung gekommen ist.

Aktuell besonders alarmierend ist für uns die Aufgabe jahrelanger Praxis in Bezug auf die Neuaufnahme von Vereinsmitgliedern. Anstatt wie bislang umgehend über die entsprechenden Anträge zu entscheiden und die Mitgliedschaft Interessierter im Regelfall zeitnah zu ermöglichen, wird der Vereinsbeitritt potenzieller Mitglieder nun durch den Vorstand bis ins nächste Jahr verzögert. Einzige Begründung: die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich bisher darum gekümmert haben, hätten einen zeitlichen Engpass. Dass sie selbst den ehrenamtlichen Mitarbeiter, der sich bislang darum gekümmert hat, vor kurzem von seinen Aufgaben entbunden haben, wird dabei verschwiegen.

Für uns ist dies nichts anderes als ein Versuch, kritische Stimmen vor der nächsten Mitgliederversammlung mundtot zu machen und veranschaulicht ein erschreckendes Demokratieverständnis. Dieses Vorgehen ist nicht nur undemokratisch, sondern auch ein klarer Angriff auf die Grundprinzipien von Vereinsleben und Mitbestimmung.

 

Verstoß gegen Vereinssatzung

Fassungslos machen uns zudem die Aussagen des Vorstands, wonach „externe Gruppen” den Verein politisch instrumentalisieren würden. Wir, die zahlreichen Fans und Fangruppen, die dem Verein teilweise seit Jahrzehnten (auch als Mitglieder) die Treue halten, werden als vereinsfremd deklariert. 

In der Vergangenheit wurde unser Einsatz gegen Diskriminierung vom Verein gewürdigt und mit Wohlwollen aufgenommen, wenn uns entsprechende Preise für unser Engagement verliehen wurden. Nun wird ebendieser Einsatz genutzt, um uns zu delegitimieren und ins Abseits zu stellen. Stattdessen beruft man sich plötzlich auf eine diffuse „politische Neutralität“ und verschweigt, dass sich unser Verein auf der letzten Mitgliederversammlung auf unseren Vorstoß hin mit überwältigender Mehrheit der Mitglieder den Kampf gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung in die Satzung geschrieben hat. Ein Passus zur „politischen Neutralität“ wurde ebenda durch „parteipolitische Neutralität“ ersetzt. Eine Haltung, die sich im Übrigen auch in den Statuten von DFB und NFV wiederfindet sowie von führenden Verbänden, zivilgesellschaftlichen Trägern und Sportjurist:innen empfohlen wird.

Die Ausführungen der dafür im Vereinsvorstand verantwortlichen Personen offenbaren somit nicht nur ein fragwürdiges Werteverständnis, sondern verstoßen gegen die Vereinssatzung und missachten die Willensbekundungen der Mitglieder.

 

Unsere Forderungen

Wir betrachten die Handlungen und Äußerungen des Vorstands als Angriff auf alle Fans, Mitglieder und Ehrenamtlichen des 1. SC Göttingen 05, die den Verein in den letzten Jahren entscheidend geprägt haben. Wir sind dabei weder „externe Gruppen“, noch eine „kleine Minderheit“ und werden uns weiterhin für demokratische Werte einsetzen und dafür kämpfen, dass der 1. SC Göttingen 05 nicht durch Fehlentscheidungen weniger Funktionäre nachhaltig beschädigt wird. 

 

Wir fordern den amtierenden Vorstand des 1. SC Göttingen 05 daher auf, umgehend:

  • die Aufnahme neuer Mitglieder wieder zu gewährleisten,

  • transparente Kommunikation mit allen Mitgliedern und der Öffentlichkeit sicherzustellen,

  • Kritik respektvoll und demokratisch zu behandeln,

  • die Satzung des Vereins zu achten und zu wahren,

  • eine Perspektive für einen geordneten und zukunftsorientierten Vorstandswechsel zu schaffen.

 

Unterzeichnet von:


Supporters Crew 05 e.V.

Rasensportguerilla

Block F

Stadtbekannte Taugenichtse

Banda Raval

Cider Boiz

Los Cuellos Gritando

Vertreter der 3. Herren

 

Für das Ehrenamt:

(ehemalige) Organisation & Verkauf Schwarz-Gelbe Bude im Maschpark

(ehemalige) Merchcrew

(ehemalige) Stadionsprecher:innen

(ehemalige) Spieltagsgestaltung Musik und Tippspiel

(ehemaliger) Verkauf Fantresen im Maschpark

(ehemaliges) Team Einlass/Kasse Maschpark

(ehemalige) Ordner:innencrew

(ehemalige) Social Media Verwaltung

(ehemaliger) Betreuer Erste & Zweite Herren

Kommentare